Stand Up Paddling in Daytona

Durch Zufall bin ich mal wieder auf eine tolle Blogparade aufmerksam geworden und habe ich angesprochen gefühlt. Marina von MS WellTravel ruft auf von seiner besten Aktivreise Geschichte zu erzählen. Da ich selbst sehr aktiv bin und im Urlaub regelmäßig Sport mache, dachte ich passt das ja ganz gut zu mir. Marina hat viele tolle Reisetipps und Geschichten von ihren Aktivitäten online, vielleicht ist für den ein oder anderen ja auch was dabei. Schau selbst vorbei oder nimm selbst teil: Deine beste Aktivreise Geschichte!

Meine beste Aktivreise Geschichte

Meine beste Aktivreise Geschichte handelt von einem Aktivtag und spielt sich auf dem Wasser ab: Stand Up Paddling. Schon mal gemacht oder davon gehört?

Stand Up Paddling ist ein neuer Trend der sich langsam ausbreitet oder bereits ausgebreitet hat. Zumindest habe ich diesen Sport noch nicht so lange auf meinem Bildschirm.
Um an den kalten Tagen ein wenig sommerliche Stimmung zu verbreiten und für alle die das mal ausprobieren möchten habe ich unsere Stand Up Paddling Erfahrung für euch mal niedergeschrieben.

Verleih Stand Up PaddleboardsZum ersten mal davon gehört habe ich als eine Bekannte mir von ihren Urlaubsaktivitäten erzählt hat und meinte es ist super anstrengend aber so entspannend. Kurz darauf waren meine Frau und ich während unseres USA-Aufenthaltes eine Woche in Daytona Beach und suchten nach einer sportlichen Aktivität für die nächsten Tage. Und was stand da am Strand? Ein Wagen voller großer Stand Up Paddleboards zum ausleihen. Wir haben uns das mal zwei Tage angesehen und andere dabei beobachtet und am dritten Tag entschlossen das auch auszuprobieren.

Es sieht leichter aus als es ist!

Voller Euphorie und Motivation sind wir also in der früh um 10 Uhr zu dem Anhänger gelaufen und haben uns zwei Boards ausgeliehen. Für eine Stunde hat uns das 25$ pro Person gekostet, völlig in Ordnung wie wir fanden.
Wir wurden mit einem kleinen Infoblatt und Stiften ausgestattet, haben unsere Namen und Kontaktdaten hinterlassen und bestätigt, dass wir für uns selbst verantwortlich sind. Ach ja und falls wir das Paddel verlieren müssen wir das neue bezahlen. Meine Frage darauf: Kann ich auch ohne Paddel gehen dann kann ich keins verlieren? Sie hat mir davon abgeraten. 🙂
Nachdem wir das unterschrieben haben wurde uns noch kurz erklärt wie das so in etwa funktioniert und dass wir nicht so weit weg paddeln sollen… und so ganz nebenbei meinte sie „Ihr habt euch ja den Tag mit den meisten Wellen ausgesucht!“. Super Voraussetzungen oder? 🙂
Danach hat die Dame jedem von uns eine Schwimmweste angelegt, ein Paddel in die Hand gegeben, uns die Boards vor die Füße gelegt und an den Fuß gebunden und gesagt „Have fun!“ Den hatten wir, soviel kann ich schon mal sagen.

Francy, das Meer, ein Board und 5 Hürden:

Erste Hürde: Nimm das Board in die Hand.Stand Up Paddling
Das klingt easy oder? Dachte ich auch. Pustekuchen, das Teil war riesig und super schwer und mega unhandlich. (Ich möchte kurz anmerken dass ich Fitnesstrainer bin, 4-5x pro Woche Ausdauer und Krafttraining mache, 1,67m groß und 65kg schwer bin. Das heißt ich bin weder die schwächste Frau noch die zierlichste Frau die es gibt, aber leicht war dieses Board überhaupt nicht.)

Ein paar Versuche später hatte ich das Board zumindest bis zum Wasser gebracht. Dort schwimmt es ja an der Oberfläche – klasse! Aber Achtung es macht sich selbständig wenn du es nicht festhältst.

Zweite Hürde: Hinter die gebrochenen Wellen (oder wie man es nennt) kommen.
Auch das klang so super easy und sah echt leicht aus. Nach zwei Versuchen wusste ich: Diesen Sport habe ich absolut unterschätzt!
Ich klemmte mich also an dieses riesige Board, stapfte mit schweren Schritten und so schnell ich konnte durch die Wellen und schwingte mich auf das Board als ich dachte ich bin durch. Das Paddel immer fest umklammert damit ich es bloß nicht verliere lag ich nun auf dem Board und paddelte fleißig weiter hinter die Wellen. Ich freute mich wie ein kleines Kind dass ich es endlich geschafft hatte und setzte mich zum ersten mal auf des Board. Strahlend paddelte ich noch etwas weiter und freundete mich mit der Situation an. Mit viel Gefühl für Gleichgewicht war dieser Moment perfekt. Denn jetzt tat ich (zwar im sitzen) genau das was ich wollte: Paddeln auf dem Meer.

Da kam schon Hürde Nummer drei: Die Wellen sind überall.
Eine falsche Bewegung oder eine unterschätzte Welle und ich war wieder ganz am Anfang. Und sobald ich vom Board fliege zieht die Welle das Board bis an den Strand zurück und mich automatisch mit denn das hängt ja an meinem Fuß. Und Achtung an dieser Stelle, ich spreche aus Erfahrung, das Board tut weh wenn es dich trifft und zwar nicht nur ein bisschen! 🙂

Also alles auf Anfang und los!

Nach ein paar mal wusste ich auch wie es funktioniert und es ging etwas schneller. Nichts desto trotz war es sehr mühsam und anstrengend aber spaßig. Mir wurde allerdings schnell klar: Das wird kein Stand Up Paddling, das wird Sitz Paddling. Denn die Wellen waren zu stark im vorderen Bereich um ruhig darauf zu stehen und zu paddeln.
Wenn man erst ein paar mal gefallen ist, von vorne gestartet hat und weiß wie die Wellen ticken, dann klappt es auch sie zu durchschauen und rechtzeitig zu reagieren – aber nur im sitzen.

Hürde Nummer vier: In die andere Richtung paddeln.
Ich bin generell ein Sicherheitsmensch und hatte bei 500m Entfernung zum Anhänger und ziemlich weit draußen dann etwas Angst bekommen. Also habe ich beschlossen: Ich paddel zurück in die andere Richtung.
Leichter gesagt als getan, als ich mich umdrehen wollte hat Hürde drei mich erneut erwischt. Außerdem musste ich jetzt einmal umdenken denn jetzt kamen die Wellen von links auf mich zu nicht mehr von rechts. Herausforderungen ohne Ende 🙂

Naja auch das hat irgendwie geklappt, genauso wie mich über meine Frau kaputt lachen weil es einfach so witzig aussah wie wir da beide alles gegeben haben um zu paddeln oder Videos und Fotos zu machen auf denen hauptsächlich Wasser und Geschrei drauf sind.

Aber zu guter letzt noch Hürde Nummer fünf: Das Board zum Anhänger bringen.
Die Stunde ging gar nicht so schnell rum wie gedacht. Wir sind echt viel gepaddelt und es hat auch wirklich Spaß gemacht trotz der Anstrengung und der vielen Hürden. Aber nun kam das wohl schwierigste: Meine Arme waren so kraftlos und erschöpft dass ich das Board am Strand nicht mal mehr einen Meter weit tragen konnte :-D. Ich war fix und fertig. Ein Glück hat die Dame vom Anhänger mich schon gesehen und ist sofort zu mir geeilt um zu helfen.

Fazit:

Jederzeit wieder, es hat sich gelohnt, war eine super Herausforderung und hat echt Spaß gemacht. Ich lebe generell nach dem Motto: Das haben schon Hunderte vor mir geschafft, also kann ich das auch. Und getreu diesem Motto stelle ich mich gerne Herausforderungen und finde irgendwie heraus wie es funktinoiert. Nächstes mal würde ich trotzdem auf ein paar Wellen verzichten, damit es vielleicht mal wirklich im stehen klappt.
Insgesamt war ich ca. 40min auf dem Board und konnte auf und ab paddeln, Fotos und Videos machen und den Moment einfach genießen. Hättet ihr nicht gedacht nach den vielen Hürden oder? Also nehmt die Infos mit und seid auf die Hürden gefasst wenn ihr vor dem Wasser steht und es losgeht.

5 Dinge die du über Stand Up Paddling wissen solltest bevor du startest:
  • Wenn du kannst zieh einen Badeanzug an oder etwas anderes als den Bikini. Bei den vielen Stürzen und Wellen hat uns irgendwann nur noch die Schwimmweste gekleidet. 🙂 Der Bikini hat sich selbständig gemacht…
  • Es sieht leichter aus als es ist, also mach dich auf Anstrengung gefasst. Die Kraft im ganzen Körper wird aktiviert und Gleichgewicht und Balance sind ebenfalls besonders wichtig. Alles in allem macht es aber sehr viel Spaß.
  • Bei Wellen ist es weniger Stand Up Paddling, einfach und im stehen funktioniert es bestimmt ohne Wellen besser. Wenn ihr also könnt und am Meer seid, nehmt einen Tag mit weniger Wellen.
  • Kopf einziehen und Nase zu wenn du fällst! 🙂
  • Fotos machen währenddessen ist mir sehr schwergefallen, da ich mich dauerhaft auf das Gleichgewicht und meine eigene Stabilität konzentrieren musste und jede Welle studieren musste. Optimal ist es wenn du jemanden hast der zusieht und fotografieren kann. Sonst hast du am Ende viele solcher Fotos, auch schön oder? 🙂
    Stand Up Paddling
    Fotografieren wurde auf dem Board und mit Wasser zur Herausforderung.

    Stand Up Paddling

Diese Erfahrung ist aus unserem Urlaub im Mai 2016. Im Sommer 2017 waren wir auf den Urban Fit Days in Berlin und dort war der Berliner SUP Yoga Stand vertreten. Als nachmittags die Sonne schien ist eine der Damen mit ihrem Board in den Pool gegangen und hat einfach ein wenig Yoga im Pool gemacht. Sah genial aus und mal wieder viel leichter als es ist. Ich musste es aber trotzdem probieren und das kam dabei raus:

Yoga auf dem Stand Up Paddleboard

Für dieses Bild habe ich beim Gewinnspiel dann 10 Stunden SUP Yoga gewonnen und freue mich nächstes Jahr auf die 10 entspannten Stunden.

Ich hoffe ich konnte euch ein Bild von diesem wunderbaren Sport verschaffen. Wenn ihr die Gelegenheit habt probiert es unbedingt aus. Ich freue mich über eure Kommentare oder Mails zum Stand Up Paddling oder anderen sportlichen Fragen.

Stand Up Paddling – neuer Trend?

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